Death 2.0 oder das Ende des Hype

Gepostet am 27.07.2006 von Oliver - Tags: , ,

Verschiedene Leute haben in letzter Zeit diesen Artikel von Dead 2.0 verlinkt. Der Titel ist “11 Suggestions for not being a Dot-Bomb 2.0″. Da wir lange nichts mehr von uns haben hören lassen, dachte ich mir, gehe ich diese Checkliste mal durch.

  • Have a revenue model, right now.

Da bin ich ja schon mal glücklich, denn ja, wir haben ein Erlösmodell. Wir haben sogar verschiedene im Kopf, die uns alle sehr plausibel erscheinen. Nur die Zukunft wird zeigen, welches für alle Beteiligten die sinnvollste Lösung ist. Manchmal würde mich ja interessieren, was ein paar andere venture-backed Start-ups als Geschäftsmodell haben.

  • Be a complete business, not just a feature.

Das ist etwas was ich vor einiger Zeit gesagt habe. Langsam sickert es durch. Social Networking ist ein sehr gutes Feature, das man nutzen kann, aber kein Produkt in sich. Tagging ist eine nette Sache, die einem (vielleicht) bei der Ordnung von Inhalten helfen kann, aber es muss Sinn ergeben. Unser Ziel ist es Kundenbedürfnisse zu erfüllen.

  • Affect real people, not just bloggers.

Ja, unser Service ist für “echte Menschen”, sogar solche im Business Bereich, die gerne Geld für gute Dienstleistungne und Produkte ausgeben. Zur Zeit haben zwar noch alle Mitarbeiter ein Blog, aber die Idee ist nicht aus dem Bloggen entstanden. Mein Bloggen hat uns jedoch schon geholfen. :)

  • Get a real, memorable name.

Über unseren Namen haben wir ja schon geschrieben. Natürlich finden wir ihn cool und eigentlich erinnern sich die Leute bis jetzt auch dran, auch wenn man ihn beim ersten Mal manchmal buchstabieren muss. Und hey, wir haben sogar ormigo.cn. Man weiß ja nie ;)

  • If applicable, get unaffiliated with Web 2.0, because it is hype and will have a very negative backlash in a little while.

Wir wissen ja alle noch nicht einmal was Web 2.0 überhaupt ist, zumindest scheint man sich nicht auf eine Definition einigen zu können. Ich persönlich finde das auch vollkommen ok so. Ein “Web 2.0 Start-up” ist Ormigo nicht. Wir nutzen aber verschiedene von anderen bezeichnete “Web 2.0 Features”.

  • Find some friends who don’t drink the kool-aid and get their honest feedback.

Das hier ist nicht meine erste Firma. Meine erste Firma war vollkommen bootstrapped, und das war auch gut so. Es war Web 1.0 Bubble-Time und mein Bruder und ich hatten viel Spaß. Bei Ormigo machen wir es anders und haben uns einen sehr kompetenten Investor ins Boot geholt. Das war eine ganz bewusste Entscheidung. Ein Grund einen Investor von seiner Idee zu überzeugen ist, dass man sehr schnell Scheuklappen bekommt und sich nicht mehr objektiv mit seinem Geschäftsmodell beschäftigt. Scheinbar haben wir es geschaft, das zunächst zu vermeiden. Es hat den Anschein, als ob schon ein paar wichtige Leute an unsere Idee glauben.

  • If you are revolutionary, make sure that a revolution is coming.
  • If you are evolutionary, then there needs to be a big enough market to address with a “we’re a little better than themâ€? vision.

Ich denke nicht, dass es eine klare Linie zwischen “Revolutionary” und “Evolutionary” gibt. So lässt sich das auch in unserem Fall schwer definieren. Die Basis unseres Geschäftsmodell ist mehr eine Evolution, die erst durch eine bereits stattgefundende Revolutionen ermöglicht wurde. Eine ähnliche Betrachtungsweise wäre, dass wir eine Innovation auf den Markt bringen, keine neue Erfindung. Als solches greift eine Innovation aber immer auf Erfindungen zurück, die andere gemacht haben. Teile einer Innovation kann man dann wieder als Erfindung betrachten.

  • Fit your business into an existing food chain.

Ich will es mal so ausdrücken. Die “food chain”, bei der es bei uns geht, existiert, wobei wir uns mehr darum kümmern, die “chain” zu optimieren und das “food” besser zu verteilen.

  • Do not expect to be Google and, just as importantly, do not expect them to buy you.

Einen Schritt nach dem anderen. Es geht nicht darum, gekauft zu werden. Wie schon gesagt, wir haben ein Geschäftsmodell. :)

Danke, werden wir haben.

Ich zitiere mal:

We started with nothing, and maybe we’ll end up with nothing. But we’re going to have a fucking great time in the meantime. - Dan Wieden, founder Wieden+Kennedy

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Uwe Keim (required)

    am 17. August 2006 um 12:53 Uhr

    Nur weil Ihr diese Kriterien glaubt zu erfüllen, muß das doch noch lange kein Erfolg bedeuten.

    Ich finde den Namen übrigens genau so ausgelutscht wie die anderen “coolen” Firmennamen. Gibt bestimmt eine einfache Formel, Buchstaben anzuordnen, so dass tausende solcher Namen rauskommen.

  2. Oliver

    am 17. August 2006 um 13:42 Uhr

    Bedeutung für Erfolg: stimmt.
    Name: Buchstaben einfach nacheinander anzuordnen und dann bei 6 buchstaben was zu finden was kein Zungenbrecher ist, wäre wohl ein bißchen viel Arbeit. Natürlich wäre ich sehr erfreut ein schönes Script zu sehen was das für einen übernimmt. Inklusive einem check nach Domains natürlich.

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